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Pröll zu brisanten Dokumenten

25.05.2016 Rainer Hable

Heute haben wir den ehemaligen Finanzminister Josef Pröll vor den Ausschuss geladen. Und ich habe ihn mit neuen Dokumenten konfrontiert. Eine brisante Akte aus dem Jahr 2010 zu einem Gipfeltreffen. Anwesend: der gesamte Bankvorstand sowie Spitzenvertreter aus Kanzleramt und Finanzministerium. Gegenstand: der katastrophale Zustand der Hypo. Es ist die Rede von faulen Krediten im Ausmaß von 30% des Portfolios. In einzelnen Bereichen bis zu 80% Ausfälle. Es ist klar festgehalten, dass die Bilanz 2009 falsch ist. Nein, bis ins Jahr 2005 stimmen die Zahlen, stimmen die Bilanzen nicht. Und es ist eines auch klar festgehalten: wenn die Bilanzen richtig wären, dann – ich zitiere – „wäre die Hypo zu schließen“.

Was ist die Brisanz dieses Dokumentes? Dass bereits im November 2010 die Regierungsspitze, zwischen Kanzleramt und Finanzministerium, Bescheid wusste über den dramatischen Zustand der Hypo. Und das trotzdem, wider besseren Wissens, die Hypo jahrelang mit Milliarden Kosten weiterführt worden ist.