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BayernLB in der Causa Hypo

Am 22. Mai 2007 stieg die Bayerische Landesbank (BayernLB) bei der Hypo Alpe-Adria Bank International AG (HBInt) ein und erwarb insgesamt einen Anteil von 50% plus einer Aktie zu einem Preis von 1.632.092.605,17 Euro. Der Wille der BayernLB bei der HBInt einzusteigen war nach ihrem Debakel mit der BAWAG sogar so groß, dass neben dem Kaufpreis auch der Kärntner Fußball mit 2,5 Millionen Euro „gefördert“ wurde. Insgesamt wurde der Anteil der BayernLB an der HBInt in den folgenden Jahren auf 67,08% erhöht. Der steigende Anteil der BayernLB ergab sich durch notwendige Kapitalerhöhungen der HBInt. Die letzte Kapitalerhöhung von 700 Millionen Euro durch die BayernLB erfolgte im Dezember 2008. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Bundesrepublik Deutschland bereits staatliche Unterstützungsmaßnahmen für die BayernLB bei der Europäischen Kommission angemeldet.

Die BayernLB, mit Sitz in München, begann sich Anfang 2007 für die HBInt zu interessieren. Zuvor lehnte die BayernLB ein Engagement ab. Nachdem allerdings im Dezember 2006 klar wurde, dass die BayernLB im BAWAG-Bieterverfahren nicht zum Zug kommen wird, wurde ein Einstieg der Landesbank bei der HBInt attraktiv.

Wie die BayernLB die HBInt wieder los wurde

Bereits Mitte 2009 wurde die Notwendigkeit einer erneuten Kapitalerhöhung der HBInt offensichtlich. Die BayernLB fasste intern den Beschluss, diese erneute Kapitalerhöhung nicht mehr mit zu tragen und verfolgte mit allen Mitteln das Ziel, die HBInt abzugeben. Es wurden Berater_innen, Rechtsanwälte/-anwältinnen und Vertraute eingebunden, um eine schlagkräftige Strategie für die Umsetzung dieses Ziels zu erreichen.

Nach Androhung der BayernLB die HBInt in die Insolvenz zu entlassen, kam es im Dezember 2009 zu Gesprächen mit Vertreter_innen der Republik Österreich. Nach intensiven Verhandlungen präsentierte sich am 14. Dezember 2009 folgendes Ergebnis: Die HBInt wurde für je 1 Euro von BayernLB, Grazer Wechselseitigen (GRAWE), Land Kärnten und Hypo Alpe Adria Mitarbeiter Privatstiftung von der Republik Österreich übernommen. Die BayernLB verzichtete auf Forderungen von über 825 Millionen Euro, das Land Kärnten auf 200 Millionen Euro, die GRAWE auf 30 Millionen Euro. Verbindlichkeiten in Höhe von 3,1 Milliarden Euro seitens der BayernLB gegenüber der HBInt blieben aufrecht. Die Gewährleistung oder Haftung für die gekauften Aktien wurde ausgeschlossen und die BayernLB behielt ein Mitspracherecht bei einem zukünftigen Verkauf oder einer Aufteilung der Bank. Die BayernLB stieg eindeutig als Gewinner aus den Verhandlungen aus.

Mit dem Kauf der HBInt 2007 erhoffte sich die BayernLB durch das Südosteuropanetzwerk eine Gewinnmaximierung. Tatsächlich bedeutete der Einstieg im Endeffekt einen Verlust in der Höhe von 3,7 Milliarden Euro.