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Grasser im Hypo U-Ausschuss

01.10.2015 Rainer Hable

Diese Woche war niemand geringeren als Karl-Heinz Grasser im Hypo U-Ausschuss, ehemaliger FPÖ und ÖVP Finanzminister. Karl-Heinz Grasser, über diesen Namen stolpert man sehr oft. Vor allem bei Affären aus der Vergangenheit: Roadshow-Affäre, Homepage-Affäre, BUWOG-Affäre, Terminal Tower-Affäre, Novomatic-Affäre. Immer wieder der Name Karl-Heinz Grasser, so auch bei der Hypo Affäre.

Als amtierender Finanzminister soll Grasser mit einem Geldkoffer, gefüllt mit 500.000 Euro, von der Schweiz nach Österreich gekommen sein und dieses Geld in die Hypo investiert haben – für sich oder, wie er sagt, für seine Schwiegermutter. In einem Kurzzeitinvestment konnte man sich 2006/2007, gemeinsam mit anderen Investoren, noch schnell eine goldene Nase verdienen. Zu einem Zeitpunkt, zu dem die Hypo Alpe-Adria schon längst in einer Schieflage war. Fragen zu diesen Vorwürfen von NEOS blieben allerdings von Grasser unbeantwortet. Die Begründung: in dieser Causa gibt es ein laufendes Verfahren.

Die Ermittlungsbehörden ermittelten in diesen Affären lange, beherzt und engagiert. Die Ermittlungsergebnisse schaffen es nur nie bis vor das Gericht und Ergebnisse, sei es auch, dass es mit einem Freispruch endet, gibt es keine.

Die entscheidende Frage an dieser Stelle ist daher: Gilt der Rechtstaat für alle Bürger_innen oder gilt er nur für jene die zu wenig Prominenz und zu wenig Einfluss haben?

Detaillierte Information zu Karl-Heinz Gassers Konten wurden bereits 2012 von Journalisten hier aufgegriffen.